Meine Haltung zur Präimplantationsdiagnostik (PID)

Die Frage der Zulassung der so genannten Präimplantationsdiagnostik (PID) ist sicherlich eines der schwierigsten Fragen, denen ich mich in meiner bisherigen Zeit als Mitglied des Deutschen Bundestages stellen muss. Nach reiflicher Überlegung habe ich mich dazu entschieden, den Antrag meiner FDP-Fraktionskollegin Ulrike Flach zu unterstützen.

Als frei gewählter Abgeordneter halte ich die engagierte und sachliche Debatte zum diesem Thema für absolut richtig.

Als Liberaler plädiere ich für eine Zulassung der PID in engen Grenzen, um Eltern mit schweren genetischen Vorerkrankungen dabei zu helfen, ein gesundes Kind auf die Welt zu bringen. Die Diagnosetechnik soll allerdings nur innerhalb streng kontrollierter Grenzen zugelassen werden.

Diesbezüglich hat meine Kollegin Ulrike Flach einen interfraktionellen Antrag im Deutschen Bundestag eingebracht. Eine Gruppe aus Abgeordneten aller Fraktionen hat sich gebildet, die diesen Gesetzentwurf unterstützt.

Am Donnerstag, den 14. April 2011 war die erste Lesung im Plenum des Deutschen Bundestages. Als Parlamentarier wollen wir nun einen einheitlichen Umgang mit diesen Gentests an künstlich erzeugten Embryonen festlegen. Drei Gesetzentwürfe liegen dazu vor. Sie reichen von einem kompletten Verbot der PID, über ein Verbot mit Ausnahmen bis zu einer Zulassung mit strengen Auflagen. Wann die endgültige Entscheidung in zweiter und dritter Lesung fällt, ist offen. Sie wird aber wohl noch vor der Sommerpause des Deutschen Bundestages fallen.

Eine Regelung ist auch deshalb notwendig geworden, nachdem der Bundesgerichtshof im Juli vergangenen Jahres einen Arzt frei sprach, der die PID angewandt hat. Der Mediziner hatte in den Jahren 2005 bis 2006 bei drei Paaren die im Reagenzglas befruchteten Eizellen vor dem Einsetzen in die Gebärmutter auf genetische Auffälligkeiten hin untersucht. In Abstimmung mit den Frauen ließ er die Embryonen mit einem Gendefekt absterben. Mit einer Selbstanzeige gab er den Anstoß für die höchstrichterliche Klärung.

Derzeit ist eine PID in einigen europäischen Ländern möglich, unter anderem in Frankreich. In Deutschland wird über das Thema PID nicht erst seit dem Leipziger Urteil des Bundesgerichtshof diskutiert. So gab es bereits eine PID-Debatte von mehreren Stunden im Plenum des Deutschen Bundestages im Mai 2001.

Es verspricht in den nächsten Wochen noch eine sehr spannende Zeit zu diesem Thema zu werden. Ich freue mich auf die nächste PID-Debatte im Plenum des Deutschen Bundestages.

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